WICHTIGE INFORMATION

Posted by derria6 on 05 Januar, 2009 06:38

Puenktlich zum Jahresende habe ich die 20 MB Speicherplatz dieser Blog-Plattform aufgebraucht. Kuenftig findet ihr meine aktuellen Artikel samt Bildern unter:

http://derria7.followmysteps.de/

Viel Spass damit.

Daniela 

 

Lima - zum Zweiten

Posted by derria6 on 05 Januar, 2009 05:24

Nach meinem Dschungelaufenthalt konnte ich endlich wieder Zivilisation geniessen. Supermaerkte! Ausstellungen! Museen! Alles nicht vorhanden in der unzugaenglichen Wildnis des peruanischen Regenwaldes...

Im Museo de Antropologia y de Arceologia habe ich wieder lustige Statuen anschauen koennen. Ausserdem sah ich zum ersten Mal Limas Kueste ohne auch nur eine Spur der Garúa entdecken zu koennen.

Das schoene Wetter ohne den Kuestennebel war allerdings am naechsten Tag gleich wieder vorbei, weshalb ich nur am Strand spazieren gegangen bin und den Surfern und den unverwuestlichen Strandbadern zugeschaut habe. In der Sonne braten lassen konnte man sich ja nicht...

Und zuguterletzt habe ich noch eine Stadtrundfahrt im Doppeldecker-Bus unternommen, die mir Lima bei Nacht gezeigt hat. Dabei konnte ich einen wunderschoen farbigen Sonnenuntergang im Verkehrschaos der Hauptstadt Perus erleben...

Rueckfahrt aus dem Dschungel

Posted by derria6 on 29 Dezember, 2008 22:19

Da der Bootsverkehr ueber die Feiertage eingeschraenkt war, konnte ich meinen urspruenglichen Reiseplan, naemlich bis Iquitos weiterzufahren und dann nach Lima zurueckzufliegen, nicht verfolgen. Einen weiteren Tag wollte ich nicht mehr in Lagunas verbringen - da waere mir der Lesestoff ausgegangen. Und was haette ich dann die zwei Tage auf dem Boot gemacht? Also bin ich am 25. Dezember kurzentschlossen mit dem naechsten Schiff, der "Eduardo II", zurueck nach Yurimaguas. Die Rueckfahrt fand gegen den Strom statt, weshalb sie glatte 16 Stunden dauerte, und keine 10, wie die Hinfahrt. Dafuer war das Schiff diesmal groesser und damit der den Passagieren zur Verfuegung stehende Raum grosszuegiger. Man konnte sich an den Raendern des Haengematten-Lagers in der Mitte etwas bewegen und es gab sogar einen "zweiten Stock", ein Oberdeck, auf dem eine angenehm frische Brise wehte. Ausserdem waren vier "Baños", also Toiletten mit Flusswasserspuelung und integrierter Flusswasserdusche vorhanden, was so ausgeschaut hat:

Wahrer Luxus nach der Dschungel-Erfahrung... Die"Eduardo II" hat an einigen Dschungelhuetten angehalten, um Passagiere abzusetzten oder Waren abzuladen, was die groessten Ereignisse auf dieser 16stuendigen Fahrt waren und was alle Passagiere ganz neugierig beobachtet haben...

Ansonsten wurde man zweimal mit Essen versorgt, das von der gefaengniszellenartigen Kombuese an die Passagiere ausgeteilt wurde. Dazu musste man Schlange stehen und dann ein Plastikgefaess bereithalten, in das der Maisbrei (Fruehstueck) bzw. das Huehnchen mit Reis (Arroz con Pollo - was denn sonst - zum Mittagessen) eingefuellt wurde.

 

Ausserdem blieben mir noch die letzten Seiten meines Romans zu lesen und der Blick auf den nicht so idyllischen Rio Marañon zu geniessen...

Nach einer weiteren Nacht in meinem 40-Soles-Luxushotel mit Pool in Yurimaguas ging es per Pick-Up-Collectivo (diesmal in nur zweieinhalb Stunden) zurueck nach Tarapoto. Von dort aus leistete ich mir einen Flug nach Lima. Der kostete zwar 100 Euro, ersparte mir aber eine zweitaegige Busfahrt...

 

Pacaya-Samiria

Posted by derria6 on 29 Dezember, 2008 21:32

Die "Reserva Nacional de Pacaya-Samiria" liegt im riesigen Dreieck des Zusammenflusses von Rio Marañon und Rio Ucayali und ist das groesste Naturschutzgebiet Perus. Ihre Flaeche betraegt ueber 2 Millionen Hektar, die vor allem aus Ueberschwemmungswaeldern (sogenannten Várzeas) bestehen. Von Lagunas aus kann man mehrtaegige Bootstouren in diesen Dschungel unternehmen, wobei man allerdings die gleiche Stecke zurueckpaddeln muss, die man auch in den Wald hineingepappelt ist. Auf der Karte sieht man die in sechs Tagen moegliche Reise bis zu einer Lagune mit Krokodilen und den "Reinas Victorias", grossen, flachen, seerosen-artigen Wasserpflanzen, die man von den alten Johnny-Weissmueller-Tarzan-Verfilmungen her kennt.

Allerdings wollten Fabrice, mein franzoesischer Reisekamerad, und ich nur vier Tage im Dschungel verbringen, und damit konnten wir nur bis zur zweiten Huette kommen, die in der oberen Haelfte der Karte zu sehen ist. Das reichte aber auch schon aus, um einen Eindruck von der dort herrschenden Flora und Fauna zu bekommen. 

Am Freitag, dem 19. Dezember, brachen wir mit Nemias, unserem 24jaehrigen, einheimischen Dschungel-Guide, in einem kleinen Einbaum-Boot auf in die Wildnis.

Waehrend einer solchen Tour sitzt oder flaezt man eigentlich nur rum und schaut. Ab und zu paddelt man ein bisschen, ueberlaesst diese Arbeit aber meistens dem Guide. Schliesslich hat man ihn dafuer bezahlt und die schwuele Hitze verhindert es auch, zu grosse koerperliche Anstrengungen betreiben zu wollen. So muessen wir ausgeschaut haben:

 

Weil man immer auf Wasser unterwegs ist, ist die Nahrungszubereitung ein Problem. Allerdings sind die Tour-Guides ganz schoen gewitzt und fachen einfach ein Feuerchen zum Kochen in den Wurzeln eines Baumes an, waehrend sich die Touristen auf einer von Fischern errichteten Holzplattform erholen.

Die Naechte verbringt man dann in Pfahlbauten, in denen auch die Parkwaechter ihre 10-Tages-Schicht verbringen und die einem zwar eine gewisse Bewegungsfreiheit, allerdings keinen sanitaeren Komfort bieten. Waschen muss man sich mit dem braunen Flusswasser.

Waehrend der ganzen Reise ist man nur mit Muskelkraft und ohne Motorenlaerm unterwegs, weshalb man eine Unmenge an frei lebenden Tieren sieht, die manchmal ganz schoen neugierig sind und nah an das Boot kommen. Fotos konnte ich von ihnen nicht machen, weil sie einfach zu schnell wieder verschwinden. Als Highlights kann ich aufzaehlen: drei verschiedene Affenarten (Mono Choro, Mono rojo und Mono negro), rosarote Suesswasserdelfine (Buceos rosadas), einen Flussotter (Lobo de rio), grosse, blau-gelbe Aras (Guacamayos), die immer als Paerchen auftreten und einen Heidenlaermveranstalten, wenn sie einen sehen, kleine Suesswasserschildkroeten (Tortugas), die auf Baumstaemmen ein Sonnenbad nahmen, Fledermaeuse (Murcielagos) und etliche, wunderschoen farbige Schmetterlinge, die ueber dem Wasser flatterten. Ausserdem sieht man natuerlich die riesigen, von Lianen und Bromelien besiedelten Urwald-Baeume mit ihren Stelzen-Wurzeln, die einfach nur beeindruckend sind. Die konnte ich auch fotografieren, weil sie still standen und nicht gleich wieder weg waren.

 

Das Schoenste war, am vierten Tag der Tour wieder festen Boden unter den Fuessen zu spueren und wieder in eine Art Zivilisation zurueckzukehren, wo es Toiletten mit Wasserspuelung und Duschen (wenn auch nur mit Kaltwasser) gab.

Lagunas

Posted by derria6 on 29 Dezember, 2008 21:03

Die kleine Stadt Lagunas erreicht man nach zehnstuendiger Fahrt auf dem Rio Marañon. Sie besteht aus einer grossen, ungeteerten Hauptstrasse, an deren Seiten sich die palmblattergedeckten Holzhuetten der 8000 Einwohner erstrecken. Immerhin gibt es einen Buergersteig, der sehr wichtig wird, wenn es regnet. Dann verwandelt sich die Strasse naemlich in einen regelrechten Sumpf aus Lehm.

Die meisten der Einwohner verteiben sich die Zeit des Tages damit, apathisch in der Hitze zu doesen. Arbeit gibt es kaum, Industrie ist nicht vorhanden und die meiste Zeit des Tages ist es draussen einfach nur unertraeglich schwuel und heiss. Manche geniessen aber trotzdem den Blick auf den Fluss, auf dem tagsueber allerdings nur kleine Einbaum-Boote zu sehen sind. Alle grossen Schiffe legen erst nach Einbruch der Dunkelheit an.

Etwa genauso viele apathische Hunde - grosse und kleine - flaezen auf der Strasse oder am offenen Herdfeuer der Leute herum.

Dann gibt es in Lagunas noch ein paar kleine Tiendas (das sind Tante-Emma Laeden, in denen man sich mit allem Moeglichen versorgen und auch ein Bierchen trinken kann), aber keine Bank. Das bedeutet, dass jeder Einwohner von Lagunas, der irgendwelche Geschaefte taetigen muss oder Bargeld braucht, erst mal einen Tag lang auf einem Boot nach Yurimaguas fahren muss, um alles erledigen zu koennen. Die Begriffe "Zeit" und "Geduld" haben hier tatsaechlich eine andere Bedeutung...

In Lagunas mietete ich mich bei einer netten Familie ein, mit der ich nach meiner Rueckkehr aus dem Dschungel auch das Weihnachtsfest verbrachte, den Vigos:

Das Einzelzimmer mit eigenem Bad (allerdings nur noch Kaltwasser zum Duschen - warmes braucht man wegen der Temperaturen sowieso nicht) kostete bloss noch zehn Soles (3 Euro). Dabei hatte ich vor der Tuer auch noch einen Privatplatz fuer meine Haengematte:

 

Die Hitze, die tagsueber herrscht, wird auch dazu genutzt, Getreide zu trocknen. Dabei ist keine Spur von irgendwelchen Bestimmungen zum Lebensmittelschutz zu erkennen - man breitet einfach Plastikplanen auf der Lehmstrasse aus, schuettet den Mais drauf und recht ihn barfuessig auseinander.

Gesetze zum Tierschutz gibt es hier auch nicht. Was man naemlich auch noch zu Hauf findet, sind kleine Papageien, die im Urwald gefangen und denen dann die Fluegel gestutzt wurden, damit sie nicht davonfliegen koennen. Bedauernswerte Wesen...

Ausserdem kann man abends immer recht farbenpraechtige Sonnenuntergaenge ueber dem Rio Marañon bewundern. Aber das wars dann auch schon mit Unterhaltung in Lagunas.

 

Von 18 Uhr bis Mitternacht gibt es Strom. Dann kann man fernsehen, Musik hoeren oder Computerspiele spielen und hat elektrisches Licht. Internet funktioniert nur bedingt, da die Satelliten-Verbindung relativ langsam ist. Fazit: Zum Ausspannen fuer ein paar Tage recht angenehm, aber hier leben? 

 

 

 

 

Im Boot von Yurimaguas nach Lagunas

Posted by derria6 on 29 Dezember, 2008 20:23

Yurimaguas hat etwa 26000 Einwohner und eine schoene, in Farbe und Baustil an die Heimat erinnernde weiss-blauen Kirche:

 

In dieser Stadt verbrachte ich nach meiner langen Anfahrt von Tarapoto her erst mal ein paar gemuetliche Stunden, um mich an das schwuel-heisse Klima zu gewoehnen. Der Pool in meinem Luxushotel, das 40 Soles pro Nacht (etwa 12 Euro) kostete, half dabei auch sehr.

 

Yurimaguas liegt am Rio Marañon, einer breiten, braunen Drecksbruehe, in die alle Abwaesser nicht nur dieses Ortes eingeleitet werden, und der sich zweieinhalb Tage weiter flussabwaerts bei der Stadt Nauta mit dem Rio Ucayali zum Rio Amazonas vereinigt. Jeden Morgen fahren vom Flusshafen Boote (sogenannte "Lanchas") ab, die die Leute weiter Richtung Amazonien bringen.

Auf einer dieser Lanchas, die den ansprechenden Namen "Romantica II" trug, liess auch ich mich zehn Stunden lang weiter nach Amazonien hinein treiben. Wenn man sich zu so einer Bootsfahrt entschlossen hat, muss man sich eine Haengematte kaufen, denn Sitzplaetze gibt es auf den Lanchas nicht. Man befestigt einfach seine Haengematte an den Holzbalken, die die Ueberdachung tragen, und laesst sich vom Motorengeraeusch und dem Wellengeschaukel in den Schlaf wiegen. Dabei ist man seinem Haengematten-Nachbarn oftmals viel naeher, als man es sich wuenscht, denn die Boote sind jeglicher deutscher TUV-Norm zuwider immer voellig mit Fracht und Passagieren ueberladen. 

Dabei bekommt man intimste Einblicke in das Leben der dortigen Bevoelkerung. Ich habe z.B. eine Frau die Haare ihres Mannes nach Laeusen durchsuchen sehen. Dabei versuchte ich, den Beiden nicht zu nahe zu kommen!  Und dass Frauen ihre Babies und Kleinkinder in aller Oeffentlichkeit stillen, ist ueberall in den Andenstaaten, und nicht nur auf den Amazonas-Booten zu sehen. Hier regt sich - im Gegensatz zu den USA oder auch Europa - keiner ueber eine oeffentlich entbloesste Brust auf... Die Fahrtzeit vertreibt man sich als Europaeer mit einem guten Buch - was die Einheimischen mit Verwunderung betrachten. Lesen tut hier naemlich kaum jemand. Und die Kinder koennen auch nicht malen ! Als ich mein Reise-Skizzenbuch herauszog, kamen ein paar Zwerge ganz neugierig zu mir her und schauten mir beim Zeichnen zu. Was fuer eine Welt !

 

 

 

Von Tarapoto nach Yurimaguas

Posted by derria6 on 29 Dezember, 2008 19:45

Tarapoto ist zwar nicht die Hauptstadt der Provinz San Martìn (das ist naemlich Moyobamba), aber die groesste Stadt. Hier treffen sich zwei wichtige Verkehrswege, weshalb sich auch viele Leute hier angesiedelt haben: die "Transandina" geht von der Kueste ueber alle Anden-Kordilleren in den peruanischen Dschungel und die "Carretera Marginal de la Selva" fuehrt vom Dschungel im Sueden Perus zu dem im Norden. Bei Tarapoto kreuzen sich die beiden. Die "Marginal de la Selva" erreicht 120 Kilometer weiter noerdlich noch das Staedtchen Yurimaguas, dort allerdings findet sie ihr Ende. Von hier aus geht es nur noch per Boot weiter, weil das Ueberflutungsgebiet Amazoniens beginnt. Um von Tarapoto nach Yurimaguas zu gelangen, muss man eine letzte Bergkette ueberqueren, die "Cordillera Verde". Das ist nach heftigen Regenfaellen gar nicht so einfach, weil immer ganze Berghaenge abrutschen und die Verkehrswege blockieren. So geschehen auf meiner Fahrt am 18. Dezember.

Der Raeumdienst war zwar schon informiert, als wir dorthin kamen, allerdings war die Strasse an drei weiteren Stellen ebenfalls verschuettet.Normalerweise dauert die Fahrt von Tarapoto nach Yurimaguas nur zweieinhalb Stunden, ich war allerdings von sechs Uhr morgens bis zwei Uhr nachmittags unterwegs. Wir mussten naemlich insgesamt zweimal jeweils zwei Stunden warten, bis der Raeumdienst seine Arbeit erledigt hatte. Der Verkehr staute sich waehrenddessen auf eine ziemliche Laenge.

Das Nette an der ganzen Katastrophe war, dass die Leute, die Waren transportierten, diese den in der Sonne schwitzenden und hungernden Wartenden zum Verkauf anboten. Es gab hausgemachten Kaese, trockenes, broeseliges Brot, Bier und Wasser freiab von der Ladeflaeche der "Motocarros"...

 

 

La Cascada de Huacamaillo

Posted by derria6 on 20 Dezember, 2008 04:30

In der naeheren Gegend von Tarapoto kann man etliche Wasserfaelle besichtigen. Ich waehlte nicht die einfache Variante. Die besteht naemlich darin, mit dem Auto bis vor die Wasserfaelle zu fahren und 5 Minuten ueber Treppen zu ihnen hoch zu laufen. Nein, fuer mich und Giuliana, eine peruanische Bekanntschaft, musste es Abenteuer sein. Deshalb haben wir uns fuer eine Dschungelwanderung zu einem anderen, etwas weiter abgelegenen Wasserfall entschieden. Auf dem Weg dahin mussten wir den Rio Cumbaza insgesamt sechsmal ueberqueren, was beim ersten Mal zu einer ziemlich nassen Angelegenheit wurde:

Nach knapp zwei Stunden Weg ueber grosse Felsblocke hinweg und meistens am Rand des Flussbettes entlang gelangten wir zum Ziel unserer Wanderung:

Links unten in der Ecke sitze ich.

Ausser unserer Gruppe waren noch ein paar Jungs dort unterwegs, die sich einen Spass daraus machten, in den kleinen See zu huepfen, der sich am Fuss des Wasserfalls befand.

Mir wars zu frisch dazu. Im Wald gabs keine Sonne und die Gischt tat ihr Uebriges. Auf dem Rueckweg waren wir ganz froh ueber die maennlichen Wanderkollegen, sie halfen uns naemlich ueber die schwierige Stelle im Fluss, indem sie eine Kette bildeten. Es hatte naemlich auch eine ziemlich Unterstroemung.

La Laguna Azul

Posted by derria6 on 17 Dezember, 2008 03:02

Von Tarapoto aus kann man 50 km nach Sueden entlang des Rio Huallagas in die Cordillera Verde fahren. Dort findet man auf 800 m Hoehe eine idyllische Lagune, an der auch Perus Ex-Praesident Fujimori ein Haeuschen besitzt, und auf der man Bootfahren kann. Auf dem Weg dahin muss man mit einer Faehre ueber den Rio Huallaga uebersetzen.

Am Seeufer liegt das Dorf Sauce, das von Reis-, Kaffee- und Obstanbau lebt. Die Huetten der Leute und die Bootsstege sind mit Palmenblaettern gedeckt und damit vor Regen und Sonne geschuetzt.

 

Das Schoene hier ist, dass es immer ein bisschen Wind gibt. Ideale Abkuehlung nach der schwuelen Hitze im Tal. Ausserdem gibt es Lodges, wo man in Haengematten rumluemmeln kann.

Ich war nicht das einzige Faultier hier - ganz oben auf einem Baum hing ein echtes Faultier rum. Es bewegte sich kaum, als es uns bemerkte...

Auf dem Rueckweg von der Lague habe ich meine erste peruanische Kokosnuss getrunken - fuer 50 Centavos (ca. 15 Cent).

 

Tarapoto

Posted by derria6 on 17 Dezember, 2008 02:39

Mit einem weiteren Collectivo-Taxi ging es aus der Stadt der Orchideen (Moyobamba) weiter in die Stadt der Palmen - Tarapoto. Die "Transpacifica" ist fast durchgaengig asphaltiert, was unseren "Taxista" (den Taxifahrer) gleich zu ziemlicher Raserei verleitet hat. Ich bin das erste Mal seit vier Monaten wieder mit Tempo 120 unterwegs gewesen. Ausserdem habe ich auf der Strecke glatt einige Gehilfen des Weihnachtsmannes gesehen...

Tarapoto liegt nur auf 360 m Hoehe, hat an die 80000 Einwohner und ist genauso stickig und schwuel wie Moyobamba. Dafuer gibt es auf der Plaza de Armas einen riesigen Weihnachtsbaum samt riesiger Krippe...

In 4 km Entfernung liegt die "Laguna Venecia", ein Badesee, der von Palmen eingesaeumt ist und Liegewiesen hat, auf denen man faul im Schatten rumliegen und lesen kann. Ab und zu wird man dabei von Riesen-Ameisen, von Spring-Spinnen oder von Muecken belaestigt.

 

Ausserdem ist das Wasser dreckig braun und viel zu warm, als dass es richtige Abkuehlung bringen wuerde. Trotzdem leben Fische drin. Zumindest habe ich welche huepfen sehen... Hinkommen tut man uebrigens nicht zu Fuss, dabei wuerde man sich die Seele aus dem Leib schwitzen. Nei, man nimmt sich einen der billigen "Moto-Carros", die hier zu Hauf die Strassen durchkreuzen und auf Passagiere warten.

Diese offenen Gefaehrte sind das ideale Transportmittel fuer diese Temperaturen - der Fahrtwind kuehlt einen ein bisschen ab. Sicher sind sie natuerlich nicht: Keine Airbags, keine Knautschzone. Man sitzt immer in den Abgasen der anderen Fahrzeuge. Einige Exemplare haben zumindest Sicherheitsgurte, die aber keiner anlegt. Einen Elch-Test wuerden sie auch nicht ueberstehen. Und zuguterletzt rasen die Fahrer ziemlich rum. Aber eine Fahrt kostet nur 1 Sol = weniger als 30 Cent und ist ein echtes Erlebnis...

 

 

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